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 Lernen ist lustig?
Die pädagogische Grundlage des Regenbogenhauses basiert weitgehend auf den Erkenntissen von
Maria Montessori,
Célestin Freinet, und
Rebeca und Mauricio Wild.
Unser Schul- und Kindergartenmodell beruht auf dem Bedürfnis der Kinder, selbst zu lernen und ihre Fähigkeiten,
Interssen und Ideen spielend zu erfahren. Die Kinder finden eine "vorbereitete Umgebung" vor, die es ihnen
ermöglicht, selbst über Art und Inhalte ihrer täglichen Beschäftigung zu entscheiden.
Wir nutzen folgende Lernstrategien
- Imitationslernen
- Lernen mit Rücksicht auf neurobiologische Grundlagen
- Prozessorientiertes Lernen
- Lernphasen nach Piaget: emotionales Lernen (0-7),
sensomotorisches Lernen (7-12), formales Lernen
Die PädagogInnen unterstützen
die Kinder in ihren Vorhaben und sorgen dafür, dass soziale Grundregeln eingehalten werden.
Der Glockseelehrplan/Differenzlehrplan bildet die Grundlage für das Öffentlichkeitsrecht,
das die Regenbogenschule seit 1995 besitzt. (Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht haben das Recht, staatsgültige Zeugnisse auszustellen)
Der Glockseelehrplan gliedert sich in vier Bereiche:
G E S E L L S C H A F T - S P R A C H E - Ä S T H E T I K - N A T U R
Die Erweiterung sozialer Kompetenz ist das Hauptanliegen im Bereich Gesellschaft.
Das fängt mit der Frage an, die unsere Jüngsten schon benutzen:
"Willst du mit mir ... das spielen, dort hingehen, das holen ... ?"
Wöchentlicher Übungsboden für soziale Kompetenz sind der Indianerrat und die Freitagsrunde. Bei diesen beiden Veranstaltungen liegen die Möglichkeiten,
dass SchülerInnen und LehrerInnen ihr Zusammenleben und -lernen verändern, wenn es ihnen nötig erscheint.
Der Bereich Sprache ist vielschichtig. Erzählen, diskutieren, Konflikte lösen, schreiben, texten, rechtschreiben, lesen, Brettspiele, Rollenspiele.
Die deutsche Sprache wird jeden Freitag um einen Englischtag erweitert, an dem - gemeinsam mit unserer "Native Speakerin" - die Melodie des Englischen dadurch spürbar wird, dass die
Erwachsenen miteinander und auch mit den Kindern englisch sprechen.
Der Bereich Ästhetik betrifft die Feinmotorik und die Gesamtkörperkunst jedes Menschen, alles was Kunst und Kultur unseres Menschseins ausmacht.
Im Bereich Natur ist die Mathematik eingebettet. Das gesamte motorische Lernen drinnen und draußen, das Forschen, Erkunden, Lernen (Geografie, Biologie,
Geologie, Astrologie), ist zusammengefasst im Bereich Natur.
Das Herz der Schule - der Indianerrat
Das Herz der Schule ist der Indianerrat, das Wochenplenum. Dieser Indianerrat - für alle ab sieben
Jahren verpflichtend - hat eine besondere Atmosphäre und Wichtigkeit, sodass sich alle darauf freuen.
Es gibt keine Unternehmungen oder größeren Veränderungen im "Regenbogenleben", die nicht im
Indianerrat "beantragt" wurden. Dieses Plenum ist im Lauf der Jahre gewachsen und hat somit
eine lange Tradition. Es werden mittels "Antragszetteln" auf der Namensliste Wünsche vorgestellt,
Projekte initiiert, Ausflüge und Feiern ausgemacht - manchmal auch Beschwerden ausgesprochen und diskutiert.
Die Moderation und die Protokollierung erfolgt durch den/die BetreuerIn. Ziel des Indianerrates ist es,
möglichst gemeinsame Lösungen zu finden. In friedvoller Atmosphäre werden verschiedene Möglichkeiten besprochen
und Abstimmungen möglichst vermieden. Auch hier ist es Aufgabe der Begleiter, Schutz zu geben
und die Stimmung entspannt zu halten.
Die Freitagsrunde ...
... oder "Freitagsbesprechung" ist der Abschluss der Woche, ein Zusammentragen von Aktivitäten,
die gelaufen sind. Kinder und Erwachsene präsentieren, jeder in seinem eigenen Stil, was sie in dieser
Woche bewegt, berührt, beschäftigt hat.
Oft werden in der Freitagsrunde auch besondere Schätze vorgezeigt, ein besonderes Wissen an andere weitergegeben
oder einfach nur ein toller Witz erzählt. Es gibt Erlebnisse zu erzählen, es wird Gebasteltes, Geschriebenes
oder Gelesenes hergezeigt.
Die Freitagsrunde wird so begleitet, dass vor direkten Wertungen (z.B. "Das ist schiach")
geschützt wird. Erstes Ziel ist es, anderen mitzuteilen was einem wichtig ist.
Weitere Lernziele sind: Selbst- und Fremdeinschätzung und somit der Aufbau des Selbstwertgefühls jedes
Einzelnen, Präsentationsstrategien ausprobieren, das Üben von Referaten, einerseits Kritikfähigkeit
(was und wie kritisiere ich) zu erlernen, andereseits Kritik annehmen zu können und nutzen zu lernen.
Die BetreuerInnen
Sie sind die "vorbereitete Umgebung" für die ihnen anvertrauten Kinder.
"Sie sind verantwortlich für den Schutz jedes Einzelnen und sorgen in ihrem
Bereich für die entspannte Atmosphäre" (R. Wild).
Alle unsere BetreurInnen und PädagogInnen haben Kurse in nichtdirektiver Begleitung beim Ehepaar Wild besucht
und besuchen pädagogische Workshops und andere Fortbildungsmöglichkeiten. Sie haben FreundInnen und PartnerInnen
hinter sich, die die außerordentlichen Ideen der Regenbogenschule verstehen und unterstützen. Die BetreuerInnen
im Regenbogenhaus haben sich auf den Weg gemacht, die Beziehung zu Kindern vor die Erziehung von Kindern
zu setzen und versuchen, dies im täglichen Leben anzuwenden.
Regeln und Grundlagen
Regeln
im Regenbogenhaus sind einfach spürbar und werden nicht dauernd verbalisiert oder gar aufgeschrieben.
Meist reichen die beiden Urregeln
Hier wird niemandem wehgetan, weder durch Worte noch durch Taten
Hier werden die Sachen so weggeräumt, wie ich sie vorgefunden habe
für das Zusammenleben in der Gemeinschaft. Grundlage der Atmosphäre ist eine bedingungslose Liebe zum Leben,
ein Bejahen von Lernprozessen und das Ziel, in jedem Fall "dem Leben zu helfen" (Maria Montessori).
Die Kinder haben die Sicherheit, geschützt und ernst genommen zu werden. Durch ständige Rückmeldungen der Gemeinschaft
haben sie die Möglichkeit, für sich die Lebensstrategien zu suchen und zu finden. Sie lernen sich zu schützen, sich zu
entscheiden und sich einzuschätzen.
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